Leopoldbrücke |
|
Nach mehrmonatiger Bauzeit
ist am 18. 05. 1994 die Leopoldbrücke für den Verkehr freigegeben
worden. Sicher nicht nur eine Erleichterung für die Jeßnitzer Händler und
Gewerbetreibenden, die während des Baues vergeblich auf ihre Kunden aus den
umliegenden Ortschaften warteten. Die feierliche Übergabe fand am 27. 06. 1994 statt.
|
![]() |
|
Auf Initiative des Jeßnitzer
Heimatvereins in Zusammenarbeit mit der Stadt vor Abriss der Bücke der
vorhandene Stein am linken Widerlager geborgen und die eingravierte Inschrift
fachmännisch restauriert. Dieser restaurierte Stein sowie ein neuer Gedenkstein
wurde anlässlich des Brückenneubaues vom Steinmetzmeister Scholz am 31.5. 1994
an der linken Brückenseite in Richtung Roßdorf aufgestellt. |
|
|
Die
alte Inschrift lautet: "L.
F. H. v.A. i. October 1867" (Leopold Friedrich Herzog von Anhalt im
Oktober 1867). |
![]() |
|
Auf dem neuen Gedenkstein ist zu
lesen: "Leopoldbrücke, Erneuerung 1994". Dieser Stein ist ebenfalls ein
Original des alten Fundamentes. |
|
Einige ältere Jeßnitzer Bürger werden es aus Überlieferungen vielleicht noch wissen: Die Brücke über die Mulde trug nicht zeitgleich mit der Übergabe im Jahre 1867 den Namen "Leopoldbrücke". In der Chronik von Ernst Wemer wird sie noch als "Lange Brücke" bezeichnet und in den Unterlagen der Herzoglichen Regierung ist zu lesen, dass sie vor Baubeginn als "Wittenberger Brücke" bezeichnet wurde.
Doch zwischen den Bürgern der Stadt Jeßnitz und dem damaligen Fürstenhaus bestand ein sehr inniges Verhältnis. Das erkennt man beispielsweise auch daran, dass die Stadt zu Ehren seines 5Ojähngen Regierungsjubiläums dem "Vater Franz" eine Gedenkmünze prägen ließ, dass eine Straße "Leopoldstraße" hieß, an die Bezeichnungen "Friedrichsplatzes", "Friedrichseiche" und der beiden Volksfeste "Friedrichslust" und "Agneskranz", die alle auf das Fürstenhaus zurückgehen. Der damalige Bürgermeister Gast mit seinem Stadtrat haben aus der Verehrung gegenüber dem Fürstenhaus nach Einweihung der Brücke den Antrag gestellt, dieses Bauwerk über die Mulde "Leopoldbrücke" nennen zu dürfen. Die Zustimmung dafür gab der Herzog am 29. 11. 1867.
Mit der neuen Brücke über die Mulde, die
weiter den Namen "Leopoldbrücke" tragen wird, lebt noch heute die
damalige Verehrung der Jeßnitzer für das Fürstenhaus fort.![]()